Yello - Touch Yello PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von [fg]   
Touch- Yello. Was sich schon ein wenig wie ein Werbeslogan für ein Energierunternehmen anhört, ist in wirklichkeit das Projekt Dieter Maier und Boris Blank. Unglaubliche 30 Jahre sind sie mittlerweile mit ihrer Mischung aus Ambient und 80er Elektro unterwegs. Nun folgt eine DVD mit virtuellem Konzert.

ImageDas Ding wird nebenbei von der Telekom gesponsert, eindrucksvolle Chartplatzierungen (Schweiz Nr.1 / Deutschland Nr.20) zeigen auf, dass wir es hier nicht mit irgendwelchen Grünschnäbeln zu tun haben. Die DVD beschäftigt sich im Wesentlichen mit einem Konzert in einem digitalen Konzertsaal. Animierte Stühle, die aussehen, wie aus einem Jingle für Dolby Digital, wohin das Auge reicht. Leute, für diese Animationen werdet ihr euch spätestens in zwei Jahre derbe schämen.

Viel gelungerer sind da allerdings die Kamerafahrten während der Songs. Im anfänglichen Till Tommorrow, mit Trompeter Till Brönner, entfaltet sich gechillte Loungeatmosphäre. Expert mit Gesang von Dieter Maier erinnert an einen Softporno. Sängerin Heidi Happy erinnert stark an Skye von Moorcheeba, was auch die Musik unterstreicht.

Soweit geht die DVD voll und ganz in Ordnung. Wenn da nicht die Teile wären, die wie "Will und kann nicht" aussehen. Da hätten wir zum Beispiel Tiger Dust, das mit billigem Technobeat und unfreiwilliger Komik aufwartet. Immer wenn die Musik dynamisch wird, versucht einer der beiden Interpreten dies mit seinem Mund zu imitieren, während er auf turmhohen Yello - Buchstaben umherspringt. Slapstick pur. Nur leider wohl ernstgemeint (?).

Wenn man einen guten Teil der Musik, nämlich genau, der an 80er - Speed - Techno erinnernde vergisst. Wenn man die dazugehörigen vor Farben und pulsierenden Objekten überfüllten Clips ausblendet. Dann erhält man eine DVD mit netten Ideen (durch die Kamerafahrten hat man zumindest stellenweise das Gefühl, dass sich das Geschehene wirklich in einem grossen Konzertsaal abspielt). Mehr aber leider nicht.

Anfang Dezember gab es dicke Videopremieren zu denen namenhafte Schauspieler eingeladen waren. Auf ner grossen Kinoleinwand mit der passenden Musikanlage im Rücken kommt The virtual concert bestimmt beeindruckend. Nur die Epilepsiewarnung nicht vergessen.
 
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